11. Oktober 2025
Nach dem dritten Platz in der Vorsaison ging der TSV Freudenstadt mit einem starken Team in der Bezirksliga an den Start. Das klare Ziel war der Titel.
Aufgrund von Terminkonflikten wurde die Bezirksliga mit neun Mannschaften an einem einzigen Kampftag ausgetragen. Insgesamt waren neun Mannschaften am Start. In zwei Pools wurden die Halbfinalteilnehmer bestimmt, wobei unser Team sich im größeren Pool beweisen musste.
Das Freudenstädter Team jonglierte bei jeder Begegnung sehr bewusst mit den eingesetzten Kämpfern. Einerseits wollte man natürlich möglichst weit vorne mitspielen und am besten den Titel gewinnen, andererseits war es noch viel wichtiger, allen Mannschaftsmitgliedern Einsätze zu verschaffen. So wurde jedes Mal mit der Stärke des gegnerischen Teams und der Erfahrung und Kampfstärke der eigenen Leute kalkuliert. Und die Rechnung ging auf. Nach insgesamt sechs Begegnungen konnten unsere Männer den Titel in der Bezirksliga feiern.
Für den TSV Freudenstadt kämpften Oliver Frikel, Waldemar Frikel, Tymur Haidarenko-Petrushev, Denis Hebert, Maxim Hebert, Roman Hebert, Samuel Merkel, Max Miller, Ernst Moser, Daniel Schneider, Dennis Volschezki, Lukas Volschezki sowie Illia Protsenko als Fremdstarter vom JC Herrenberg.
Unsere Mannschaft legt gleich richtig los. Maxim Hebert, Illia Protsenko und Oliver Frikel holen drei Ippon und bringen den Sieg bereits unter Dach und Fach. Roman Hebert verletzt sich in seinem Kampf und muss aufgeben. Lukas Volschezki macht den Sack zu und holt den vierten Ippon.
Weiter geht es gegen das Team aus Göppingen. Denis Hebert und Ernst Moser siegen binnen weniger Sekunden. Max Miller bringt den entscheidenden dritten Punkt mit einem Ippon ins Ziel. Oliver Frikel baut die Führung aus, ehe die Göppinger sich noch einen Ehrenpunkt schnappen.
Noch deutlicher wurde es gegen die Mannschaft aus Nürtingen. Denis Hebert siegte mit einem Armhebel. Illia Protsenko holte den zweiten Punkt kampflos, da die Gewichtsklasse von der anderen Mannschaft nicht besetzt werden konnte. Max Miller dominierte seinen Kampf und siegte schließlich mit Haltegriff. Oliver Frikel baute den Vorstand mit einem Uchi-mata aus, ehe Samuel Merkel mit einem Haltegriff den Schlusspunkt setzte,
Souverän ging es weiter gegen die Sportler aus Kirchheim unter Teck. Maxim Hebert mit einem kampflosen Sieg machte den Auftakt, Tymur Haidarenko-Patrushev erhöhte mit einem tollen Harai-goshi auf 2:0. Daniel Schneider donnerte seinen Gegner mit einem massiven Ura-nage auf die Matte. Waldemar Frikel siegte mit einem Haltegriff, ehe Dennis Volschezki mit einem weiteren Ippon-Sieg den Endstand herstellte.
Als Poolsieger traf unsere Mannschaft im Halbfinale auf den SC Sigmaringen, der im anderen Pool den zweiten Platz belegte.
Maxim Hebert brachte seinen Gegner nach wenigen Sekunden mit Harai-goshi zu Boden und beendete den Kampf mit einem anschließenden Kesa-gatame. Ernst Moser holte kampflos den zweiten Punkt. Max Miller dominierte seinen Kampf und ging mit Waza-ari für Ashi-guruma in Führung. Mit einem weiteren Angriff konnte er seinen Kontrahenten zu Boden bringen und sicherte sich den Sieg mit Tate-shiho-gatame. Oliver Frikel konterte nach wenigen Sekunden einen Angriff mit Ashi-guruma. Den fünften Punkt auf dem Weg ins Finale holte Lukas Volschezki mit einem spektakulären Uchi-mata.
Im vergangenen Jahr mussten wir uns denkbar knapp nur dem TSB Ravensburg mit 2:3 geschlagen geben. Dieses Jahr kam es zur Neuauflage und wir konnten den Spieß umdrehen.
Den Eröffnungskampf des Finales trafen in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm Maxim Hebert und Michael Wolf (TSB Ravensburg) aufeinander. Der Kampf legte sofort ein hohes Tempo vor. Maxim übernahm von Beginn an die Initiative und setzte den ersten klaren Akzent. Mit einem Tai-otoshi brachte er Wolf zu Fall und versuchte, am Boden sofort nachzusetzen. Er ging ansatzlos in einen Juji-gatame (Armhebel) über, doch Wolf verteidigte sich robust und konnte sich aus der gefährlichen Hebeltechnik befreien. Unbeirrt setzte Maxim nach. Sein zweiter Ansatz, ein schneller Seoi-nage (Schulterwurf), wurde von Wolf jedoch gut antizipiert und blieb ebenfalls ohne Erfolg. Der dritte Anlauf brachte schließlich die Entscheidung: Maxim nutzte eine kurze Unachtsamkeit seines Gegners nach einem Angriff, setzte zu einem sehenswerten Harai-goshi (Hüftfeger) an und zog die Technik voll durch. Wolf konnte dem Hüftwurf nichts entgegensetzen und landete mit voller Wucht auf dem Rücken. Die logische Konsequenz: Ippon! Ein wichtiger Auftaktsieg für Maxim.
Im zweiten Kampf des Finales stand Illia für den TSV Freudenstadt auf der Matte. Als 16-jähriger Fremdstarter aus Herrenberg traf er auf den erfahrenen Yehor Afonichkin und sah sich von Beginn an einer Herkulesaufgabe gegenüber. Der Alters- und Erfahrungsunterschied machte sich schnell bemerkbar. Illia fand nur schwer in den Kampf und seine anfängliche Passivität wurde konsequent geahndet: Bereits nach 90 Sekunden belegte der Kampfrichter den Youngster mit zwei Strafen (Shidos). Unter dem Zwang, nun angreifen zu müssen, öffnete Illia seine Deckung. Afonichkin nutzte dies routiniert aus, setzte zu einem kraftvollen Hüftwurf an und brachte den 16-jährigen zu Fall. Die Wertung: Waza-ari (halber Punkt) für den Ravensburger, der den Freudenstädter Kämpfer damit frühzeitig ins Hintertreffen brachte. Der Ravensburger ließ Illia keine Chance zur Erholung, kontrollierte den Kampf weiter und nutze anschließend eine günstige Situation im Boden zu einem Haltegriff. Nachdem er die maximale Zeit durchgehalten hatte, verlor Illia den Kampf letztendlich durch Ippon.
Im dritten Kampf in der Klasse bis 90 Kilogramm ging Denis an den Start, obwohl er regulär in der leichteren Klasse bis 81 kg kämpfte. Denis zeigte sofort, dass er das Gewichtsmanko ausgleichen wollte. Sein erster Ansatz war ein Tomoe-nage, der seinen Kontrahenten zu Boden zwang. Sofort nutzte Denis die Gelegenheit, um einen Würgegriff anzubringen. Der Ravensburger bewies jedoch eine starke Verteidigung und konnte sich nach intensiven Sekunden befreien. Im weiteren Verlauf des Standkampfes erkämpfte sich Denis einen Vorteil, mit einem Fußfeger erzielte er eine Yuko-Wertung (kleine Wertung). Wenig später bewahrte ihn seine Reaktionsschnelligkeit vor einem Rückschlag, als er einem tief angesetzten Seoi-nage (Schulterwurf) von Norcharle erfolgreich auswich. Der Kampf nahm dramatische Züge an, als Denis versuchte, mit einer Variante des Kata-guruma (Schulterrad) anzugreifen. Dabei geriet er selbst in eine ungünstige Position und fand sich plötzlich in einem Haltegriff des Ravensburgers wieder. Dank einer Bewegung konnte er sich rechtzeitig befreien, bevor eine Wertung gegen ihn gegeben wurde. Die Entscheidung fiel, als Denis einen Tomoe-nage erfolgreich wiederholte, ohne Zögern sicherte sich der Freudenstädter sofort die Dominanz am Boden und zwang seinen Gegner durch eine Hebeltechnik (Kansetsu-waza) zur Aufgabe.
Im vorletzten Kampf des Tages, der in der Klasse über 90 Kilogramm ausgetragen wurde, betrat Oliver für den TSV Freudenstadt die Matte. Der Freudenstädter, der eigentlich in der leichteren Klasse bis 90 kg beheimatet ist, stand vor einer physischen Herausforderung gegen den Ravensburger Marios Argiriads. Trotz des offensichtlichen Gewichtsdefizits ließ Oliver von Beginn an keinen Zweifel daran, dass er die Begegnung taktisch dominieren wollte. Er zwang Argiriads konsequent seinen starken Griff auf und nutzte diesen Vorteil, um seinen Gegner ununterbrochen unter Druck zu setzen. Mit einer Serie von energischen Angriffen, darunter der Harai-goshi (Hüftfeger) und der Uchi-mata (Innerer Schenkelwurf), hielt Oliver das Tempo hoch und ermüdete den schwereren Kontrahenten. Die entscheidende Szene ereignete sich, als der Ravensburger schließlich reagierte. Argiriads versuchte einen Ko-soto-gake (Kleines äußeres Einhängen), doch Oliver demonstrierte seine technische Finesse: Er konterte den Angriff seines Gegners blitzschnell mit einem O-uchi-gari (Große Innensichel). Die Ausführung brachte ihm eine Waza-ari-Wertung ein. Oliver sicherte sich mit dieser brillanten Kontertechnik einen wichtigen Vorteil und verwaltete diesen bis zum Schluss. Er zwang den physisch überlegenen Argiriadis in die Defensive und verbuchte damit einen taktisch überlegenen Sieg für Freudenstadt.
Mit dem dritten gewonnenen Punkt fiel auch eine Niederlage in der letzten Begegnung des Tages nicht mehr ins Gewicht. Die Mannschaft konnte den Titelgewinn feiern und bejubeln.
| Platz | Verein |
|---|---|
| 1. | TSV Freudenstadt |
| 2. | TSB Ravensburg 2 |
| 3. | TG Biberach |
| 4. | SC Sigmaringen |
| 5. | TSV Erbach 2 |
| 5. | JV Nürtingen 2 |
| 7. | FA Göppingen |
| 7. | Budotomo Tübingen |
| 9. | VfL Kirchheim |
Text: Stefan Lippert & Denis Hebert. Foto: A. Merkel