Judo Freudenstadt

TSV Freudenstadt 1862 e.V. - Abteilung Judo

Berichte 2019

4. Dan für Biggi, 5. Dan für Stefan

24. November 2019

Stefan, Biggi und Istvan.

Die höchste durch Prüfung zu erringende Graduierung im Judo ist der 5. Dan. Stefan hat diese Hürde bei einer Prüfung in Lauffen am Neckar genommen. Birgit hat zum gleichen Zeitpunkt den 4. Dan errungen.

Es war eine ungewöhnliche Prüfung, die es in dieser Form seit vielen Jahren nicht mehr im Württembergischen Judoverband (WJV) gegeben hat. Gleich fünf Anwärter stellten sich der höchsten Prüfungsanforderung, dazu kam mit Birgit eine weitere Prüfungsteilnehmerin zum 4. Dan.

Dementsprechend hochkarätig musste die Prüfungskommission besetzt sein. Den Vorsitz hatte WJV-Ehrenmitglied Frieder Straub (6. Dan) inne. Ihm zur Seite saßen WJV-Prüfungsreferent Andreas Morhardt (5. Dan) und Bernd Britsch (5. Dan).

Alle Prüflinge hatten bei den baden-württembergischen Katameisterschaften einen Teil des Programms erfolgreich anerkennen lassen. Dennoch dauerte die Prüfung noch fast sechs Stunden. Zuerst mussten die Prüflinge zum 5. Dan die Itsutsu-no-kata („Form der fünf Symbole“), eine wenig bekannte traditionelle Form demonstrieren. Anschließend galt es, eine selbst entwickelte Kata zu erklären und zu zeigen. Stefan hatte sich „verkettete Formen“ ausgedacht, bei denen mehrere aufeinander aufbauende Wurfkombinationen im Mittelpunkt stehen.

Für Stefan ging es im nächsten Prüfungsteil um methodische Wege zur Technikvermittlung. Er hatte sich eine Wurftechnik und Befreiungen aus Haltegriffen zum Thema gewählt. Auch hier konnte er die Prüfer überzeugen. Neben einer Überprüfung der Vorkenntnisse bildete ein Theoriefach den Abschluss. Dabei ging es erstmals nicht um die Abfrage von bekanntem Wissen, sondern die kritische Auseinandersetzung mit einem aktuellen judobezogenen Thema. Stefan hatte sich mit der Mitgliederentwicklung im Deutschen Judobund und den Möglichkeiten der Vereinsentwicklung in einem rund 40-seitigen Thesenpapier auseinandergesetzt.

Die intensive Vorbereitung hatte er mit Istvan Dwinger vom TV Oberndorf absolviert. Beide haben schon gemeinsam die Prüfung zum 3. und zum 4. Dan gemeistert. Jetzt folgte auch die letzte Stufe. Istvan setzte sich in seiner eigenen Kata mit verschiedenen Wettkampfsituationen auseinander. Anstelle des Methodikteils analysierte er ein Wettkampfprofil. Im Theorieteil setzte er sich mit Judo als Gesundheitssport auseinander.

Birgit musste in ihrem Prüfungsprogramm Wurfprinzipien definieren und diesen einzelne Judowürfe zuordnen. Beispiele dafür musste sie demonstrieren und ihre Auswahl vor der Kommission verteidigen. In der Bodenlage ging es um Standardpositionen und wie man aus diesen erfolgreich angreifen und verteidigen kann. Im Theorieteil ging es um die Geschichte des Judo und des Begründers Jigoro Kano.

Am Ende des Tages gab es Lob und die ersehnte Graduierungsurkunde von der Prüfungskommission. Birgit kann nun frühestens in fünf Jahren die folgende Prüfung ablegen. Stefan und Istvan können durch Prüfung keine weitere Graduierung erringen. Ein höherer Gürtelgrad kann nur noch für herausragende Verdienste um den Judosport wenigstens auf Verbandsebene verliehen werden.

Text: Stefan Lippert. Foto: Markus Hartkorn

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