Judo Freudenstadt

TSV Freudenstadt 1862 e.V. - Abteilung Judo

Berichte 2015

Dritter Dan für Birgit Binder

5. Juli 2015

Birgit Binder hat als erste Frau in der Judoabteilung des TSV Freudenstadt den 3. Dan errungen. Bei hochsommerlichen Temperaturen konnte sie die Prüfungskommission von ihrem Können überzeugen.

Die Prüfungskommission bestand aus Wolfgang Fanderl (Vorsitz; 5. Dan, Budotomo Tübingen), WJV-Ehrenpräsident Paul Ulbrich (7. Dan, FC Kirchhausen) und Andreas Kronauer (6. Dan, FA Göppingen). Bei tropischen Temperaturen brachten sie die Dan-Anwärter mit ihren Fragen mächtig ins Schwitzen, konnten aber am Ende der sechsstündigen Prüfung allen Teilnehmern gratulieren.

Die mehr als einjährige gezielte Vorbereitung von Birgit Binder zahlte sich somit aus. Bei den Badisch-Württembergischen Kata-Meisterschaften im vergangenen Herbst hatte sie bereits die Nage-waza-ura-no-kata anerkennen lassen, um sich so auf die Vorbereitung zu den Deutschen Kata-Meisterschaften im Juni und den noch immer umfangreichen restlichen Prüfungsstoff konzentrieren zu können. So besuchte sie in den vergangenen Monaten etliche Vorbereitungslehrgänge des Verbandes und stand mehrmals pro Woche auf der Judomatte.

Umfangreiche Prüfungsaufgaben behandelt

Am Prüfungstag musste Birgit dann verschiedene Formen von Makikomi- und Gaeshi-Techniken zeigen, stichprobenartig wurden auch weitere Techniken als Vorkenntnisse abgefragt. Darüber hinaus musste sie verschiedene Formen des Angriffs- und Abwehrverhaltens erläutern und demonstrieren. Dazu gehört beispielsweise das Erarbeiten eines guten Griffes zu Kampfbeginn, das Fintieren und Kombinieren, aber auch die verschiedenen Möglichkeiten des Konterns.

Dass bei einer so hohen Dan-Graduierung nicht mehr die reine Reproduktion bekannter Techniken im Fokus steht, sondern auch die Vorbildfunktion, das Verständnis des Judosports und die Vermittlungstätigkeit, zeigte sich in den folgenden Programmteilen. Die Kommission debattierte angeregt mit Birgit über konkrete Situationen des Sportlerlebens und wollte diese in Bezug gesetzt sehen zu den Judowerten wie Respekt und Wertschätzung. Anschließend referierte Birgit über Lehrmethoden. Auch musste sie andere Prüfungsteilnehmer anleiten, wie sie verschiedene Randori-Formen auszuführen hatten.

Der abschließende Prüfungsblock befasste sich mit Bodentechniken. Auch hier standen nicht so sehr die einzelnen Techniken im Vordergrund, sondern das Verständnis für die den Gruppen zugrunde liegenden Prinzipien. Darüber hinaus ging es um die Verknüpfung von Techniken. So musste Birgit zeigen, wie Halte-, Hebel- und Würgetechniken verkettet werden können und wie ein Handlungskomplex um ihre bevorzugte Bodentechnik herum aufgebaut werden kann.

Nach der erfolgreichen Prüfung ist Birgit Binder erst die zweite Person, die in der Freudenstädter Judoabteilung die Graduierung zum 3. Dan erringen konnte.

Dank an den Trainingspartner

Auch nach der Prüfung kreisen die Gedanken noch um die neu gewonnenen Erfahrungen und die Erlebnisse der vergangenen Wochen und Monate. Einige davon möchte Birgit hier zum Ausdruck bringen:

"Mit der Vorbereitung zum 3. Dan durfte ich tiefer in das facettenreiche Judo eintauchen und meine Kenntnisse in Theorie und Praxis erweitern und vertiefen. So beschäftigte ich mich unter anderem ausführlich mit den Judowerten, die in unserer Sportart einmalig sind und sowohl auf als auch neben der Matte gelebt werden sollten. In einer Zeit des Werteverfalls ist eine Rückbesinnung auf Werte wie Respekt, Wertschätzung und Mut unabdinglich für ein gutes soziales Miteinander. Neben angeregten Gesprächen über die Theorie des Judosports stand ich mit Stefan Lippert (4. Dan) mehrmals pro Woche auf der Judomatte. Als Trainer und Trainingspartner gab er mir wertvolle Anregungen und hat mich in unzähligen Trainingseinheiten begleitet. Dafür möchte ich mich bei ihm ganz herzlich bedanken."

Text: Stefan Lippert

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